für 30 Jahre schadenprisma- Redaktionsleitung mit Herz und Seele und für 1.802.000 Exemplare!
Mit dem schadenprisma Heft 4/2024 verabschiedete sich Dipl.-Ing. Hartmut Heyde – Redaktionsleiter seit der schadenprisma-Ausgabe 3/1993 – aus der Redaktionsleitung. Er legt seinem Redaktionskollegen Ralf Tornau, der bereits seit zwei Jahren Redaktionsleitungskollege war, die Führung des schadenprisma in bewährte Hände. Lesen Sie aus diesem Anlass unseren Rückblick:
3 Fragen an Hartmut Heyde
schadenprisma: Wie hat alles angefangen oder wie wird man Redaktionsleiter von schadenprisma?
Hartmut Heyde: Von 1978 bis 1991 war ich im Feuerwehreinsatzdienst und vorbeugenden Brandschutz tätig. Nach neuen Herausforderungen suchend, wurde ich 1991 Mitarbeiter des damaligen öffentlich-rechtlichen Regionalversicherers – der Feuersozietät Berlin Brandenburg – im Bereich Schadenverhütung / Riskmanagement. Mein damaliger Chef, Alfred Knoblauch (ein pensionierter Feuerwehrmann), war Geschäftsführer des schadenprisma und Geschäftsleiter der Arbeitsgemeinschaft Schadenverhütung Berlin Brandenburg (AGS) (siehe schadenprisma Heft 4/2024 – 75 Jahre AGS). In beiden Funktionen wurde ich durch Alfred Knoblauch eingearbeitet und mit dem Netzwerk um schadenprisma vertraut gemacht. Somit konnte ich mit dem Erscheinen des schadenprisma-Hefts 3/1993 die Redaktionsleitung übernehmen (Bilder 1 und 2).


schadenprisma: Was waren für dich die wichtigsten Eckpunkte auf dem 30-jährigen Redaktionsleiter-Weg?
Hartmut Heyde: Als Erstes natürlich die hohen Maßstäbe in Bezug auf Qualität, Aktualität und Führung der Redaktion, die Alfred Knoblauch gesetzt hat, weiterzuführen. Dabei war mir wichtig, gemeinsam mit den Redaktionskollegen schadenprisma am Puls der Zeit und zukunftsorientiert weiterzuentwickeln. schadenprisma erscheint zu diesem Zeitpunkt in einer Auflagenhöhe von 16.000 Exemplaren bundesweit, im deutschsprachigen Ausland und auch international. Um den wachsenden Ansprüchen gerecht zu werden, wurde das klassische Schwarz-Weiß-Layout Mitte der 80er-Jahre zugunsten eines Vierfarbdruckes von Bildern und Grafiken geändert (Bild 3).
Ein entscheidender Meilenstein für die Entwicklung des schadenprisma war die 1996 begonnene und bis heute fortdauernde enge Zusammenarbeit mit der saga Werbeagentur GmbH und der Thiekötter Druck GmbH & Co. KG (seit 2004). Die weitreichenden Veränderungen auf dem Versicherungsmarkt in den letzten Jahren sowie die Vielfältigkeit der Schadenverhütungsarbeit in den unterschiedlichsten Versicherungssparten waren erneut Anlass für die schadenprisma-Redaktion, über die Aktualität und Effektivität des Magazins nachzudenken. Ergebnis dieser Überlegungen war ein grundlegend verändertes Layout sowie die umfassende inhaltliche Erweiterung der Themenbereiche von klassischen Brandschutzthemen zur Ganzheit der Prävention im Bereich der Sachversicherungsthemen.
Mit der Ausgabe 1/1996 erhielten unsere Leser ein neues Informations- und Diskussionsforum (Bild 4). Die Entwicklung des Informationsmarktes und im Speziellen des Internets konnte nicht spurlos an einem so etablierten Printmedium wie schadenprisma vorbeigehen. Deshalb war es im Jahr 2000 für uns ein logischer Schritt, mit schadenprisma online zu gehen. Seitdem ist schadenprisma für alle Interessierten unter www.schadenprisma.de zugänglich und bietet mit seiner umfangreichen und kostenfreien Archivfunktion einen besonderen Mehrwert für alle Nutzer.
Im Jahr 2005 bekam das schadenprisma eine Geschäftsordnung und der Verband öffentlicher Versicherer e. V. wurde der neue Herausgeber.
Zum Schluss deiner Frage noch zwei wichtige Jahreszahlen. Zunächst ist das Jahr 2016 zu nennen. In einem knappen halben Jahr haben wir unseren Webauftritt umfassend modernisiert und das Archiv komplettiert. Alle Artikel können jetzt kostenfrei aus einem PDF-Archiv bis hin zur Erstausgabe von 1972 heruntergeladen werden. Außerdem passt sich das Design nun automatisch dem Endgerät an.
Drei Jahre später, 2019, erfolgte für die bewährte Fachzeitschrift, die Redaktionskollegen und mich einer der entscheidendsten Schritte in der organisatorischen und fachlichen Ausrichtung: Das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer e. V. wurde Herausgeber (Bild 5).

schadenprisma: Wie gestalteten sich die letzten fünf Jahre deiner „Redaktionsleiterschaft“ und was wünschst du dir für die Zukunft von schadenprisma?
Hartmut Heyde: Auch wenn du mich nach den letzten fünf Jahren fragst, möchte ich kurz zum Verständnis zehn Jahre zurückschauen. Im Jahr 2009 haben wir eine Umfrage unter unseren Lesern durchgeführt, um ihre Wünsche für zukünftige Themen besser zu erfassen. Die Erkenntnis für uns war, dass unsere Leser sich verstärkt Veröffentlichungen zu den Themen Schadenberichte / Schadenverhütung, Leitungswasserprävention, Einbruch-Diebstahlschutz und Elementarschaden- Prävention wünschen.
Nachdem wir unseren im Jahr 2000 gestarteten Onlineauftritt im Jahr 2016 (s. o.) komplett überarbeitet und angepasst hatten, starteten wir im Jahr 2019 erneut eine Leserbefragung. Dieses Mal lag der Themenschwerpunkt verstärkt auf dem Onlineauftritt. Die Auswertung 2020 hat gezeigt, dass wir auf Grund der schnellen Entwicklung in der digitalen Medienlandschaft unseren Webauftritt erneut anpassen sollten. Unser Ziel war ein Relaunch des Webauftritts hin zu einem Onlinemagazin, das sich an die digitalen Lesegewohnheiten der Nutzer anpasst und gleichzeitig Mehrwert schafft (siehe schadenprisma 3/2024) (Bild 6).

Ab Ende des Jahres 2022 stand dann für mich der Beginn eines neuen Lebensabschnitts ins Haus – ich durfte mich nach über 45 Berufsjahren aus dem aktiven Arbeitsleben in den Ruhestand zurückziehen. Dabei lag mir sehr daran, dass die auch bis dahin verbundene Tätigkeit als Redaktionsleiter des schadenprisma ohne Tempo- und Qualitätsverlust weitergeführt werden soll. Bei der Suche nach einem Mitstreiter und Nachfolger in der Redaktionsleitung war es uns wichtig, dass es im herkömmlichen Sinne keine einfache Staffelstabübergabe sein sollte. Aus meiner eigenen positiven Erfahrung zu Beginn meiner Zeit als Redaktionsleiter wollten wir sicherstellen, dass eine fließende Einarbeitung von mindestens zwei Jahren gewährleistet ist.
Somit konnten wir aus den Reihen der Redaktion und des IFS als Herausgeber des schadenprisma dich, lieber Ralf, als Mitarbeiter und Nachfolger in der Redaktionsleitung gewinnen. Mit deinen Kompetenzen auf dem journalistischen Sektor, deinen hervorragenden Netzwerkereigenschaften sowie deinem Know-how auf dem Gebiet des Online-Marketings hast du in den letzten zwei Jahren neue Impulse gegeben und Wege für die Weiterentwicklung von schadenprisma aufgezeigt. Daher ist mir nicht bang, wenn ich jetzt den Staffelstab übergeben und die Reihen der Redaktion verstärken darf.
schadenprisma ist und bleibt ein nicht mehr wegzudenkendes zeitgemäßes Medium der öffentlichen Versicherer zur Schadenverhütung und Schadenforschung!
Das Interview führte Ralf Tornau von der Redaktionsleitung schadenprisma mit Hartmut Heyde.